Bier wird meist pur getrunken: frisch gezapft, aus der Flasche oder direkt aus der Dose. Doch Craftbeer kann noch mehr. Durch seine große Aromenvielfalt eignet es sich auch als spannende Zutat für Biercocktails.
Fruchtige Hopfennoten, malzige Süße, Röstaromen oder eine angenehme Säure bringen ganz unterschiedliche Möglichkeiten ins Glas. Ein guter Biercocktail soll dabei den Charakter des Bieres nicht verstecken. Spirituosen, Säfte, Gewürze und Früchte werden so kombiniert, dass das Bier weiterhin eine wichtige Rolle spielt.
Hier kommen sechs Rezepte zum Nachmixen – vom frischen IPA Mule bis zum fruchtigen Cocktail mit Sauerbier.
Warum eignet sich Craftbeer für Cocktails?
Craftbeer bringt je nach Bierstil sehr unterschiedliche Aromen mit. Ein IPA kann Zitrus- und tropische Fruchtnoten sowie eine deutliche Bittere beisteuern. Stout und Porter bringen Kaffee-, Kakao- und Röstaromen mit, während Weizenbier häufig fruchtige und würzige Noten zeigt.
Auch Sauerbiere eröffnen interessante Möglichkeiten. Ihre Säure passt gut zu Beeren und Zitrusfrüchten und verleiht Cocktails eine lebendige Frische.
Wer sich zunächst mit den unterschiedlichen Bierstilen beschäftigen möchte, findet im Beitrag Craftbeer-Stile im Überblick eine gute Orientierung.
Was sollte man beim Mixen mit Bier beachten?
Bier reagiert etwas anders als klassische Cocktailzutaten. Vor allem die Kohlensäure spielt eine Rolle.
Das Bier sollte gut gekühlt sein. So bleiben Frische, Kohlensäure und Aromen besser erhalten.
Bier kommt meistens zum Schluss ins Glas. Spirituosen, Säfte und andere Zutaten können vorher gemischt werden. Das Bier wird anschließend vorsichtig aufgegossen.
Nicht zu stark rühren. Zu viel Bewegung lässt die Kohlensäure schnell entweichen und kann für eine unerwünschte Schaumparty sorgen.
Auf die Balance achten. Besonders bei hopfenbetonten Bieren müssen Süße, Säure und Bittere zusammenpassen. Zu viele Zutaten können den Charakter des Bieres überdecken.
1. IPA Mule
Der IPA Mule verbindet die Frische eines Moscow Mule mit den fruchtigen und hopfenbetonten Aromen eines India Pale Ale.
Zutaten
- 200 ml IPA
- 40 ml Wodka
- 20 ml frischer Limettensaft
- 100 ml Ginger Beer
- Eiswürfel
- 1 Limettenscheibe
Zubereitung
Ein Longdrinkglas mit Eis füllen. Wodka und Limettensaft hineingeben und kurz verrühren.
Das Ginger Beer hinzufügen und anschließend das gut gekühlte IPA vorsichtig zugießen. Einmal kurz umrühren und mit einer Limettenscheibe garnieren.
Warum passt diese Kombination?
Limette und Ingwer bringen Frische, während die Hopfennoten des IPA für zusätzliche Frucht und Würze sorgen. Die Bittere bildet einen interessanten Gegenpol zur leichten Süße des Ginger Beers.
2. Stout Espresso Martini
Stout und Kaffee passen aromatisch hervorragend zusammen. Deshalb liegt die Kombination mit Espresso und Kaffeelikör nahe.
Zutaten
- 150 ml Stout
- 30 ml Espresso
- 30 ml Kaffeelikör
- 20 ml Wodka
- Eiswürfel
- etwas Kakaopulver zum Garnieren
Zubereitung
Espresso, Kaffeelikör und Wodka mit Eis kräftig shaken.
Die Mischung in ein gekühltes Glas abseihen. Anschließend das Stout langsam dazugießen, damit möglichst viel Kohlensäure erhalten bleibt.
Zum Schluss mit etwas Kakaopulver garnieren.
Warum passt diese Kombination?
Stout bringt häufig Aromen von Kaffee, Kakao und dunkler Schokolade mit. Espresso und Kaffeelikör greifen diese Noten auf und machen daraus einen kräftigen Dessertcocktail.
3. Citrus Wheat Spritz
Weizenbier eignet sich besonders gut für leichte und frische Biercocktails. Seine fruchtigen und würzigen Noten lassen sich schön mit Zitrusfrüchten verbinden.
Zutaten
- 200 ml Weizenbier
- 30 ml Orangenlikör
- 20 ml frischer Zitronensaft
- 100 ml Soda
- Eiswürfel
- 1 Orangenscheibe
- 1 kleiner Rosmarinzweig
Zubereitung
Ein großes Glas mit Eis füllen. Orangenlikör und Zitronensaft hineingeben.
Weizenbier und Soda langsam dazugießen und vorsichtig umrühren. Mit Orangenscheibe und Rosmarin garnieren.
Warum passt diese Kombination?
Orange und Zitrone unterstreichen die fruchtigen Noten des Weizenbiers. Der Rosmarin setzt dazu einen kleinen würzigen Akzent, ohne den Biergeschmack zu überdecken.
4. Porter Dark & Stormy
Ein klassischer Dark & Stormy lebt von Rum, Limette und Ginger Beer. Mit Porter bekommt er eine kräftigere, malzigere Seite.
Zutaten
- 200 ml Porter
- 50 ml dunkler Rum
- 20 ml frischer Limettensaft
- 100 ml Ginger Beer
- Eiswürfel
- 1 Limettenscheibe
Zubereitung
Ein Glas mit Eis füllen. Rum und Limettensaft dazugeben und kurz verrühren.
Mit Ginger Beer auffüllen und anschließend das gekühlte Porter vorsichtig zugießen.
Kurz umrühren und mit einer Limettenscheibe servieren.
Warum passt diese Kombination?
Die Röst- und Malzaromen des Porters ergänzen die kräftigen Noten des dunklen Rums. Ginger Beer und Limette bringen Frische und etwas Schärfe ins Glas.
5. Pilsner Paloma
Eine Paloma mit Bier funktioniert besonders gut mit einem eher schlanken und herben Bierstil. Pils bringt die nötige Frische und eine feine Bittere mit.
Zutaten
- 200 ml Pils
- 50 ml Tequila
- 100 ml Grapefruitsaft
- 10 ml Agavendicksaft
- 50 ml Soda
- Eiswürfel
- etwas Salz für den Glasrand
- 1 Grapefruitscheibe
Zubereitung
Den Rand des Glases mit Grapefruit anfeuchten und vorsichtig in Salz tauchen.
Grapefruitsaft, Agavendicksaft und Tequila verrühren. Eis ins Glas geben und die Mischung darüber gießen.
Anschließend Pils und Soda langsam hinzufügen. Mit einer Grapefruitscheibe garnieren.
Warum passt diese Kombination?
Grapefruit bringt selbst eine leichte Bittere mit und greift damit die herben Noten des Pils auf. Tequila und Agavendicksaft sorgen für die nötige Tiefe und Süße.
6. Berry Sour Beer Cocktail
Sauerbier eröffnet eine ganz andere Richtung. Statt Bittere und Röstaromen stehen hier Säure und Frucht im Mittelpunkt.
Zutaten
- 200 ml Sauerbier, zum Beispiel Berliner Weisse oder ein fruchtiges Sour
- 40 ml Gin
- 60 ml Himbeerpüree oder Himbeersaft
- 15 ml frischer Limettensaft
- 10 ml Zuckersirup
- Eiswürfel
- frische Himbeeren und Limette zum Garnieren
Zubereitung
Gin, Himbeerpüree, Limettensaft und Zuckersirup mit Eis kräftig shaken.
Durch ein Sieb in ein mit Eis gefülltes Glas abseihen. Anschließend das gut gekühlte Sauerbier vorsichtig dazugeben und einmal kurz umrühren.
Mit frischen Himbeeren und einer Limettenscheibe garnieren.
Warum passt diese Kombination?
Die Säure des Sauerbiers verbindet sich mit der Fruchtigkeit der Himbeere. Limette verstärkt die Frische, während Gin eine kräuterige Note beisteuert.
Beim Zuckersirup lohnt sich Zurückhaltung. Sauerbier darf seine charakteristische Säure behalten und sollte nicht von Süße überlagert werden.
Wer sich näher mit diesem Bierstil beschäftigen möchte, findet im Beitrag Sauerbier: Was steckt dahinter? mehr Informationen.
Welcher Bierstil passt zu welchem Cocktail?
Die sechs Rezepte zeigen, wie unterschiedlich Bier als Cocktailzutat eingesetzt werden kann.
- IPA: passt gut zu Limette, Ingwer, Grapefruit und exotischen Früchten.
- Stout: harmoniert mit Kaffee, Kakao, Schokolade und kräftigen Dessertaromen.
- Weizenbier: eignet sich für leichte Kombinationen mit Orange, Zitrone und Kräutern.
- Porter: passt zu dunklem Rum, Gewürzen und kräftigen Aromen.
- Pils: lässt sich mit Grapefruit, Zitrusfrüchten und Tequila kombinieren.
- Sauerbier: bietet sich für fruchtige Cocktails mit Beeren und Zitrusfrüchten an.
Was kann bei Biercocktails schiefgehen?
Der häufigste Fehler ist ein unausgewogenes Verhältnis der Zutaten.
Ein sehr bitteres IPA kann beispielsweise mit zu wenig Süße oder Säure schnell hart wirken. Umgekehrt kann ein mildes Bier unter einer großen Menge Spirituose, Saft oder Sirup verschwinden.
Auch die Kohlensäure sollte man nicht unterschätzen. Bier kräftig zu shaken ist deshalb keine gute Idee. Die anderen Zutaten werden gemischt, das Bier kommt anschließend ins Glas.
Und noch etwas: Ein Biercocktail ist kein Ort für zehn verschiedene Zutaten. Je klarer die einzelnen Aromen erkennbar bleiben, desto besser lässt sich auch der Charakter des Bieres erleben.
Wer Craftbeer nicht nur ins Glas, sondern auch auf den Teller bringen möchte, findet im Beitrag Mit Craftbeer kochen: Welche Bierstile sich für Küche und Rezepte eignen weitere Ideen.
Biercocktails sind eine Spielwiese für Aromen
Biercocktails zeigen eine andere Seite des Bieres. Die große Auswahl an Bierstilen macht es möglich, ganz unterschiedliche Richtungen auszuprobieren: fruchtig und frisch mit IPA oder Weizenbier, kräftig und aromatisch mit Stout oder Porter oder säuerlich und beerig mit Sauerbier.
Dabei muss kein Rezept als starre Vorgabe verstanden werden. Schon ein anderes IPA, eine etwas süßere Frucht oder ein anderes Sauerbier kann den fertigen Cocktail deutlich verändern.
Wer gerne experimentiert, kann deshalb mit kleinen Mengen anfangen und herausfinden, welche Kombination aus Bier, Spirituose und weiteren Zutaten am besten zum eigenen Geschmack passt.
