Craftbeer-Stile: Welche gibt es und wie unterscheiden sie sich?
Craftbeer umfasst zahlreiche Bierstile – vom hopfenbetonten IPA über das milde Pale Ale bis zum kräftigen Stout oder erfrischenden Sauerbier. Die Unterschiede entstehen vor allem durch Malz, Hopfen, Hefe, Gärung und Brauweise. Dadurch können Biere sehr unterschiedlich schmecken, obwohl sie auf den gleichen Grundzutaten basieren.
Wer zum ersten Mal verschiedene Craftbeer probiert, merkt schnell, wie groß die geschmackliche Bandbreite ist. Manche Biere sind fruchtig und hopfenbetont, andere malzig, dunkel und röstig. Wieder andere überraschen mit Säure oder ungewöhnlichen Aromen.
Wer zunächst wissen möchte, was Craftbeer eigentlich ausmacht, findet hier einen guten Einstieg:
Was ist Craftbeer? Herkunft, Merkmale und warum es mehr als ein Trend ist
India Pale Ale (IPA)
Das India Pale Ale, meist kurz IPA genannt, gehört zu den bekanntesten Craftbeer-Stilen. Charakteristisch ist die deutliche Hopfenprägung. Je nach verwendeten Hopfensorten können Aromen von Grapefruit, Zitrusfrüchten, Mango, Maracuja, Kräutern oder Pinie entstehen.
Auch bei der Bitterkeit gibt es große Unterschiede. Ein klassisches West Coast IPA wirkt häufig trocken und deutlich bitter, während ein New England IPA meist stärker auf fruchtige Hopfenaromen und ein weicheres Mundgefühl setzt.
West Coast IPA und New England IPA im Vergleich
Die Geschichte des IPA reicht weit zurück und ist eng mit der Entwicklung des britischen Bierbrauens verbunden. Heute gehört der Stil zu den wichtigsten Vertretern der modernen Craftbeer-Szene.
Pale Ale
Pale Ale ist häufig etwas zugänglicher als ein IPA. Der Bierstil verbindet Malzaromen mit einer angenehmen Hopfenfruchtigkeit und einer moderaten Bitterkeit. Je nach Variante können Zitrus-, Steinfrucht-, Kräuter- oder leichte Karamellnoten auftreten.
Für viele Biertrinker eignet sich Pale Ale gut als Einstieg in die Welt des Craftbeer. Wer bisher hauptsächlich Pils oder Helles getrunken hat, bekommt hier bereits einen deutlicheren Eindruck davon, welchen Einfluss unterschiedliche Hopfensorten auf den Geschmack haben können.
Lager und moderne Craft Lager
Craftbeer muss nicht zwangsläufig obergärig oder besonders ausgefallen sein. Auch untergärige Biere gehören zur Craftbeer-Welt. Moderne Craft Lager orientieren sich häufig an klassischen Lagerbieren, setzen aber beispielsweise auf besondere Malze, ausgewählte Hopfensorten oder eine stärkere Aromenausprägung.
Je nach Rezeptur können sie schlank und trocken, malzbetont oder deutlich hopfenaromatischer ausfallen. Gerade deshalb lohnt sich der Vergleich mit einem klassischen Pils oder Hellen.
Stout
Stouts gehören zu den dunklen Bierstilen. Ihre dunkle bis nahezu schwarze Farbe entsteht durch die Verwendung stärker gerösteter Malze. Typisch sind Aromen, die an Kaffee, Kakao, dunkle Schokolade oder geröstetes Brot erinnern.
Trotz ihrer kräftigen Farbe müssen Stouts nicht schwer oder besonders alkoholreich sein. Es gibt trockene Varianten wie das Irish Stout ebenso wie kräftige Imperial Stouts.
Stout eignet sich außerdem gut als Begleiter zu Desserts oder kräftigen Speisen.
Porter
Porter ist ebenfalls ein dunkler Bierstil und wird häufig in einem Atemzug mit Stout genannt. Beide können Röst- und Karamellaromen zeigen, unterscheiden sich aber je nach Rezeptur deutlich in Körper, Bitterkeit und Alkoholgehalt.
Porter wirken häufig etwas weicher und malzbetonter. Aromen von Karamell, Nüssen, Schokolade oder geröstetem Brot können im Vordergrund stehen.
Die Grenzen zwischen Porter und Stout sind allerdings nicht immer eindeutig. Brauereien interpretieren beide Bierstile heute sehr unterschiedlich.
Weizenbier
Auch Weizenbier findet seinen Platz in der Craftbeer-Welt. Craftbrauereien greifen den traditionellen Bierstil auf und verändern ihn beispielsweise durch andere Hefestämme, Hopfensorten oder ungewöhnliche Zutaten.
Beim klassischen Weizenbier entstehen durch die Hefe häufig typische Aromen von Banane und Nelke. Je nach Variante können außerdem Zitrus- oder Gewürznoten hinzukommen.
Damit zeigt Weizenbier gut, dass Craftbeer nicht nur aus stark gehopften Bieren besteht.
Sauerbier
Sauerbier unterscheidet sich deutlich von den meisten klassischen Bierstilen. Die charakteristische Säure entsteht durch bestimmte Mikroorganismen beziehungsweise Herstellungsverfahren und kann von mild und erfrischend bis intensiv und komplex reichen.
Viele Sauerbiere verbinden die Säure mit fruchtigen Aromen. Häufig werden beispielsweise Kirschen, Himbeeren oder andere Früchte eingesetzt. Es gibt aber auch Varianten, bei denen die Säure und die Aromen des Bieres selbst im Mittelpunkt stehen.
Sauerbier – Herstellung, Geschmack und Besonderheiten
Weitere Craftbeer-Stile
Neben diesen bekannten Bierstilen gibt es zahlreiche weitere Varianten. Dazu gehören beispielsweise Belgian Ales, Bockbiere, Barley Wine, Brown Ale, Amber Ale oder verschiedene saisonale Spezialitäten.
Auch innerhalb eines Bierstils gibt es große Unterschiede. Zwei IPAs können beispielsweise völlig unterschiedlich schmecken, wenn die Brauereien andere Hopfensorten, Hefen, Malze und Brauverfahren einsetzen.
Deshalb lohnt sich beim Craftbeer der Blick auf den konkreten Bierstil und nicht nur auf die Bezeichnung auf dem Etikett.
Welcher Bierstil passt zu Einsteigern?
Welcher Craftbeer-Stil am besten passt, hängt vom persönlichen Geschmack ab. Wer bisher eher milde Lagerbiere oder Pils getrunken hat, kann mit einem Pale Ale oder einem ausgewogenen Craft Lager beginnen.
Wer fruchtige und deutlich hopfenbetonte Biere mag, findet möglicherweise schnell Gefallen an einem IPA. Freunde dunkler, röstiger Aromen können Stout oder Porter ausprobieren. Sauerbier ist dagegen interessant für alle, die bewusst etwas völlig anderes suchen.
Eine Verkostung mehrerer Bierstile nebeneinander macht die Unterschiede besonders deutlich. Dabei lässt sich gut erkennen, welchen Einfluss Hopfen, Malz und Hefe auf Aroma, Bitterkeit, Farbe und Mundgefühl haben.
Craftbeer-Stile miteinander vergleichen
Die wichtigsten Unterschiede zwischen den Bierstilen liegen vor allem in Hopfen, Malz, Hefe, Bitterkeit, Farbe und Alkoholgehalt. Ein IPA wird beispielsweise stark vom Hopfen geprägt, während bei einem Stout die Röstmalze den Charakter bestimmen. Beim Sauerbier steht dagegen die Säure im Mittelpunkt.
Auch das Glas kann die Wahrnehmung beeinflussen. Form und Größe des Glases wirken sich darauf aus, wie sich Aromen entfalten und wie das Bier beim Trinken wahrgenommen wird.
Welches Bierglas passt zu welchem Bier
Wer verschiedene Bierstile probiert, sollte deshalb nicht nur auf den Alkoholgehalt achten. Interessanter ist die Frage, welche Aromen und welches Mundgefühl ein Bier tatsächlich mitbringt.
