Glutenfreies Craftbeer gibt es tatsächlich. Für Menschen, die Gluten meiden müssen, können Biere aus glutenfreien Rohstoffen eine Alternative sein. Allerdings ist „glutenfrei“ beim Bier nicht automatisch gleichbedeutend mit völlig ohne Gluten und nicht jedes Verfahren ist für Menschen mit Zöliakie gleichermaßen relevant.

Warum enthält Bier überhaupt Gluten?

Traditionelles Bier wird überwiegend aus Gerstenmalz gebraut, teilweise kommt auch Weizenmalz zum Einsatz. Beide Getreidearten enthalten Gluten.

Für die meisten Biertrinker spielt das keine Rolle. Menschen mit Zöliakie müssen Gluten dagegen konsequent meiden. Deshalb stellt sich bei Bier eine einfache Frage: Wie lässt sich Bier brauen, ohne glutenhaltiges Getreide einzusetzen?

Glutenfrei und glutenreduziert sind nicht dasselbe

Bei Bier sollte man genau auf die Bezeichnung schauen.

Für als „glutenfrei“ gekennzeichnete Lebensmittel gilt in der Europäischen Union ein Grenzwert von höchstens 20 Milligramm Gluten pro Kilogramm Lebensmittel. Das bedeutet nicht, dass jedes entsprechend gekennzeichnete Produkt absolut null Gluten enthält.

Daneben gibt es Biere, bei denen Gerstenmalz verwendet und der Glutengehalt durch spezielle Verfahren reduziert wird. Für Menschen mit Zöliakie ist deshalb die konkrete Kennzeichnung entscheidend. Wer Gluten aus medizinischen Gründen strikt vermeiden muss, sollte sich nicht allein auf Begriffe wie „glutenarm“ verlassen. Hopfen, Malz & Hefe im Craftbeer: Das Zusammenspiel der Brauzutaten

Wie wird glutenfreies Bier gebraut?

Eine Möglichkeit besteht darin, von Anfang an glutenfreie Getreidesorten zu verwenden. Dazu gehören beispielsweise Hirse, Reis, Mais oder Buchweizen.

Damit lassen sich unterschiedliche Bierstile brauen, auch wenn das Ergebnis nicht immer exakt dem Geschmack eines klassischen Gerstenbieres entspricht.

Eine andere Möglichkeit besteht darin, Gerstenmalz zu verwenden und den Glutengehalt anschließend durch spezielle Verfahren zu reduzieren. Dabei werden Enzyme eingesetzt, die bestimmte Glutenbestandteile abbauen.

Beide Wege stellen Brauer vor unterschiedliche Herausforderungen. Denn das verwendete Getreide beeinflusst nicht nur den Glutengehalt, sondern auch Körper, Aroma, Farbe und Schaum des fertigen Bieres.

Wie schmeckt glutenfreies Craftbeer?

Hier hat sich in den vergangenen Jahren einiges getan.

Frühe glutenfreie Biere galten teilweise als dünn oder wenig charaktervoll. Heute reicht das Angebot von leichten, frischen Bieren bis zu hopfenbetonten Varianten.

Gerade bei einem IPA können kräftige Hopfenaromen einen großen Teil des Geschmackseindrucks bestimmen. Dadurch lässt sich ein interessantes Bier herstellen, auch wenn die Malzbasis anders aufgebaut ist.

Wer allerdings den typischen Geschmack eines klassischen Weizenbieres oder eines kräftigen Malzbiers erwartet, kann einen Unterschied feststellen.

Glutenfrei bedeutet also nicht geschmacklos – aber es muss auch nicht genauso schmecken wie ein Bier aus Gersten- oder Weizenmalz.

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Was muss beim Brauen beachtet werden?

Eine besondere Herausforderung ist die Vermeidung von Verunreinigungen.

Braut eine Brauerei sowohl herkömmliche als auch glutenfreie Biere, müssen Herstellungsprozesse und Reinigung entsprechend kontrolliert werden. Gerade für Menschen, die Gluten aus gesundheitlichen Gründen meiden müssen, sind transparente Angaben des Herstellers deshalb wichtiger als ein auffälliges Etikett.

Wer unsicher ist, sollte direkt bei der Brauerei nachfragen, welche Rohstoffe verwendet werden und wie der Glutengehalt kontrolliert wird.

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Ist glutenfreies Craftbeer gesünder?

Das sollte man nicht automatisch annehmen.

Glutenfreies Bier ist in erster Linie eine Alternative für Menschen, die Gluten meiden müssen oder möchten. Es ist nicht natürlich weder kalorienärmer noch gesünder als herkömmliches Bier.

Auch glutenfreies Bier enthält ja Alkohol und Kalorien enthalten.

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Für Menschen ohne Zöliakie oder andere medizinische Gründe, Gluten zu meiden, bietet die glutenfreie Variante deshalb keinen allgemeinen gesundheitlichen Vorteil. Interessant kann sie trotzdem sein allein schon wegen der anderen Rohstoffe und Geschmacksprofile.

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Eine kleine Nische mit interessanten Möglichkeiten

Glutenfreies Craftbeer bleibt ein vergleichsweise kleiner Bereich der Bierwelt. Gerade deshalb ist er für experimentierfreudige Brauereien interessant.

Alternative Getreidearten eröffnen neue Möglichkeiten bei Aroma und Mundgefühl. Hirse kann beispielsweise eine andere Grundlage liefern als Reis oder Buchweizen. Dazu kommen Hopfensorten, Hefen und unterschiedliche Brauverfahren.

Damit zeigt glutenfreies Bier etwas, das für Craftbeer grundsätzlich typisch ist: Ein Bier muss nicht immer nach dem gleichen Rezept gebraut werden.

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Worauf sollte man beim Kauf achten?

Wer einfach neugierig ist, kann sich zunächst am Bierstil und an der Beschreibung orientieren.

Wer Gluten aus gesundheitlichen Gründen meiden muss, sollte dagegen genauer hinschauen. Wichtig sind eine eindeutige Kennzeichnung und verlässliche Angaben des Herstellers.

Besonders bei Zöliakie sollte man nicht davon ausgehen, dass ein Bier allein deshalb geeignet ist, weil es als „glutenarm“ oder als besonders bekömmlich beworben wird.

Hier zählt die konkrete Kennzeichnung des Produkts.

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Fazit: Glutenfrei kann auch Bier bedeuten

Glutenfreies Craftbeer ist längst mehr als eine Kuriosität. Brauereien können mit glutenfreien Getreidearten arbeiten oder den Glutengehalt durch spezielle Verfahren reduzieren und dabei durchaus interessante Biere herstellen.

Geschmacklich muss man dabei nicht auf Vielfalt verzichten. Gerade hopfenbetonte Bierstile bieten Möglichkeiten, unterschiedliche Rohstoffe mit intensiven Aromen zu verbinden.

Für Menschen mit Zöliakie oder einer medizinisch notwendigen glutenfreien Ernährung ist allerdings besondere Sorgfalt bei der Auswahl wichtig. Für alle anderen ist glutenfreies Bier vor allem eine weitere Möglichkeit, die Vielfalt des Biermarktes kennenzulernen.

Am Ende gilt auch hier: Nicht das Etikett allein entscheidet, sondern die konkreten Angaben zum Produkt.

FAQ: Glutenfreies Craftbeer

Ist glutenfreies Bier komplett frei von Gluten?

Das ist leider nicht garantiert. In der EU darf ein Lebensmittel als glutenfrei bezeichnet werden, wenn es höchstens 20 mg Gluten pro Kilogramm enthält. „Glutenfrei“ bedeutet daher nicht zwingend absolut null Gluten.

Wird glutenfreies Bier aus Gerste gebraut?

Es gibt unterschiedliche Verfahren. Manche Biere werden ausschließlich aus glutenfreien Rohstoffen gebraut, andere entstehen aus Gerstenmalz, dessen Glutenanteil anschließend reduziert wird.

Schmeckt glutenfreies Bier anders?

Das kann sein. Alternative Getreidearten verändern Geschmack, Körper und Mundgefühl. Besonders hopfenbetonte Biere können dennoch sehr aromatisch sein.

Ist glutenfreies Bier gesünder?

Nicht grundsätzlich. Glutenfreiheit macht ein Bier nicht automatisch kalorienärmer oder gesünder. Für Menschen mit Zöliakie kann die glutenfreie Alternative jedoch wichtig sein.

Kann man mit Zöliakie jedes glutenfreie Bier trinken?

Wer Zöliakie hat, sollte sich an eindeutig gekennzeichnete Produkte und die entsprechenden Herstellerangaben halten. Bei Unsicherheit ist eine Rückfrage beim Hersteller sinnvoll.

Welche Getreidearten können für glutenfreies Bier verwendet werden?

Unter anderem Hirse, Reis, Mais und Buchweizen. Welche Rohstoffe verwendet werden, hängt vom jeweiligen Bier und Rezept ab.

Gibt es glutenfreies Craftbeer auch als IPA?

Ja. Hopfenbetonte Biere eignen sich grundsätzlich gut für glutenfreie Rezepturen, weil intensive Hopfenaromen einen wichtigen Teil des Geschmackseindrucks ausmachen.


Von Petra

„Bier ist mehr als ein Getränk – es ist Kultur und Handwerk. Auf Craftbeer schreiben wir/ich über Braukunst, Geschmacksvielfalt und die Geschichten hinter besonderen Bieren, die Charakter haben. Trends, Genuss und Begegnungen, die ein gutes Bier begleiten.

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